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Entstehungsgeschichte
Banat, eine Landschaft am Rand der Pannonischen
Tiefebene zwischen mittlerer Donau, unterer Theiß, Marosch
und den Ausläufern der Südkarpaten. Die Gegebenheiten,
die zu einer Ansiedlung von Deutschen aus dem Westen in diesem Gebiet
geführt haben, reichen zurück zu den Jahren der Befreiungskämpfe
gegen die Türken. Im Jahre 1716 wurde unter der Führung
von Prinz Eugen dieses Gebiet von den Türken befreit und der
Herrschaft des Kaisers von Österreich unterstellt. Zu diesem
Zeitpunkt verlieh Wien auch erstmals den Namen Banat.
Noch im Jahre 1716 hat Prinz Eugen seinen Unterfeldherren Claudius
Florimund Mercy zum Landeskommandanten ernannt, der später
dann, der erste Gouverneur des kaiserlichen Temescher Banat wurde.
Als solcher stellte er fundamentale Vorgaben für die ihm anvertraute
Provinz. So sollte das flache Land an die "Nationalisten"
(Rumäner/Serben) vergeben werden. In den Städten und im
Banater Bergbau sollten Deutsche als Entwicklungshelfer angesiedelt
werden. Der Festungsbau zog deutsche Handwerker und Kaufleute nach
Temeschburg. Zum intensiven Betreiben des Ackerbaus hatte man Bauernsiedler
ins Land geholt. So kam es zum ersten Schwabenzug ab dem Jahr 1722,
zum zweiten Schwabenzug ab 1762 und zum dritten Schwabenzug ab 1782.
Es kamen Deutsche aus fast allen ober- und mitteldeutschen Gebieten.
Es entstanden im Banat vier Komitate - Arad, Karasch, Severin und
Temesch-Torontal- mit insgesamt 821 Gemeinden. Im Jahre 1930 zählte
man 276 089 Deutsche. Etwa die Hälfte davon wohnten in 75 Orten
mit deutschen Namen. So entstand auch im Torontaler Komitat die
Großgemeinde Zichydorf, heute auf serbischem Gebiet. Nicht
alle Siedler, die in diese Gemeinde kamen, gelangten an Grund und
Boden. Deshalb bildete sich im Jahre 1881 eine Bewegung, die zum
Weiterziehen anregte. An der Spitze dieser Bewegung stand Franz
Gulding, dem sich zumeist junge arbeitsfähige Männer wie
z.B. Michael Butto, Michael Pohlen, Jakob Bär, Peter Schönherr,
Michael Niessner, Thobias Kapitän, Jakob Engel, Franz Singer
und andere anschlossen. Der damalige Güterdirektor Graf Bethlen
brachte den Vorschlag diesen Siedlern Feld bei Cladova (damals Carasch-Severin),
welches geeignet für eine Umsiedlung war, zu geben. Mit Hilfe
von Emmerich Lindl und A. Grügner, die bei der Güterdirektion
angestellt waren, kam dann die Ansiedlung bei Cladova zustande.
Es entstand eine neue Ortschaft, die den Namen Bethlenhaza ("Bethlen"-
nach Graf Bethlen, "haza"= Heim/ungarisch) bekam. Beim
Eintreffen, fanden die Siedler ein Wald vor, der sich Hosiak nannte.
Der Weg war mit Schlamm bedeckt und die Gegend machte ein armseligen
Eindruck. In den Jahren danach hat man den Wald gefällt und
das Holz mit Flösse nach Temeschburg gebracht. Das dauerte
15 Jahre. Der Aufbau der Gemeinde wurde mit Fleiß und brüderliche
Hilfe durchgeführt. Die Umsiedler waren ursprünglich nur
Deutsche. Franz Gulding, der vertrauensvolle Anführer, wurde
der erste Gemeinderichter. Das Feld, das der Gemeinde zugewiesen
wurde, hat man in 177 Teile geteilt. Jedes Haus erhielt 8 Joch (4,6
ha) Acker. Ein Hausplatz betrug 2900 qm. Am 5 März 1883 kam
der erste Zug mit Einwanderer an, am 10 März der zweite. Es
ist hier zu vermerken, das Bethlenhaza ca. 100 bis 150 Jahre später
als die meisten deutschen Ortschaften des Banats gegründet
wurde. Die neue Heimat bot ein trostloses Bild. Es stand kein Haus,
kein Hof, sondern bloß ein abgefällter Wald. Die Rumänen,
die diese Gegend ringsum bewohnten, waren der Meinung, das die "nemti"
nicht lange hier bleiben werden, denn gerade da wo sich die Ortslage
befand war, bei anhaltendem Regen oder bei schnellem Abgang des
Schnees, in der Regel ein bis zu zwei Meter hoher Wasserstand. Als
sie aber sahen wie die Deutschen das Wasser ableiteten, waren sie
überrascht und voller Achtung. Dazu gehörte noch die Sage
von dieser Zeit, das die Rumänen, als der durch die deutschen
Kollonisten angebaute Klee in Blüten schoss, sich wunderten
und fragten was wohl diese Schwaben mit so vielen Blumen tun. Als
sie dann sahen, das diese Blumen eine reiche Futtersaat abgaben,
begannen sie auch von diesem Klee anzubauen.
Da es bei der Ankunft noch winterliche Zeit war, mußte man
in dem nächstgelegenem Dorf Cladova Unterkunft und Herberge
suchen. Die erste Arbeit unserer Väter war primitive Nothütten
zu bauen. Im Frühjahr wurde gleich Saat angebaut, und im Herbst
war schon die erste Ernte da. So waren bald die ersten Schwierigkeiten
überwunden. Es entwickelte sich auch der Wunsch nach einer
Kirche und einer Schule, die dann Ende 1885 auch schon fertig waren.
Die Mittel zur Erbauung der Schule wurden vom Staat bereitgestellt,
mussten dann aber in Raten zurückgezahlt werden. Die neue Gemeinde
wurde als Filiale der Fatscheter Pfarre zugeteilt. Der Pfarrer Georg
Budinßky hat die erste Messe gelesen, und der erste Schulunterricht
wurde vom Lehrer Michael Hari erteilt. Als Erstgeborene in der Gemeinde
ist Barbara Niessner verzeichnet. Die erste Trauung war die von
Anton Niessner und Anna Guldner. In den nachfolgenden Jahren kamen
dann auch noch deutsche Siedler von anderen Orten des Banats.
Da die neue Gemeinde sich schnell entwickelte, hat man im Jahre
1885 den Sitz des Notariats von Cladova nach Bethlenhaza verlegt.
Als erster war Notar Gavrilovsky in diesem Amt tätig. Es entstand
auch die Notwendigkeit zur Errichtung einer Mühle. Im Jahre
1887 stellte dann die Gemeinde einen 2900 qm großen Platz
neben dem Fluss Bega für diesen Zweck zur Verfügung. Diese
Mühle hat sich im Laufe der Zeit überaus gut bewährt,
und hat für ein gutes Einkommen für die Gemeinde gesorgt.
Im Oktober 1896, durch den Einsatz von Notar E. Lindl, wurde auch
ein Postamt errichtet. Dadurch wurde der Verkehr immer lebhafter
und die Gemeinde wurde immer mehr zum Mittelpunkt der Nachbarorte.
Dieser Umstand führte auch zur Einführung eines Wochenmarktes,
der für den Samstag festgelegt wurde. Der erste Wochenmarkt
wurde von ca. 200 Leuten besucht.
Bis zum Jahre 1902 vermehrte sich die Zahl der Kinder so sehr, dass
der Staat sich zum Bau einer neuer Schule entschlossen hat. Im Jahre
1906 wurde dann auch ein Kindergarten eröffnet. In weiterer
Folge erwies sich auch dies als zu wenig, und auf Bestehen der Lehrkräfte,
Direktor Nikolaus Sterz und Lehrer Franz Zermann, wurde noch eine
Schule gebaut.
Im Jahre 1905 wurde die Feuerwehr gegründet. Kurz danach der
Schützenverein mit etwa 50 Mitglieder.
Der erste Weltkrieg (1914-1918) hinterließ
seine Spuren auch in der kleinen Gemeinde Bethlenhaza. Das Kriegsgeschehen
spielte sich zwar fern von unserem Heimatdorf ab, trotzdem wurden
seine Bewohner in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde durch Trommelschlag
verkündet, dass alle wehrfähigen Männer sich bei
ihren Einheiten einzufinden hätten. Sie dienten, wie alle Banater,
in der Österreich-ungarischen Armee.
Am Ende des Krieges kam es ,zu einer Verschiebung der Staatsgrenzen
nach Westen. Der Banat wurde in drei Teile geteilt, die dann zu
Ungarn, Serbien und Rumänien gehörten. Unsere Gemeinde
wurde nun rumänisches Territorium. Es folgten politische Umwälzungen
und Änderungen, die auch Bethlenhaza betroffen haben. So wollte
man, wie in allen ungarischen Gemeinden, den Ortsnamen mit einem
rumänischen Namen ersetzen. In dem Posterwaltungs-Schema hatten
die neuen Machthaber den Namen "Beclita" verzeichnet.
Es kam aber nicht dazu, denn die Vertreter der Gemeinde wollten
das nicht. Sie suchten Unterstützung bei dem Abgeordneten Heinrich
Anwender aus Lugosch. Dieser war dazu bereit, und nach erfolgtem
Gemeinderatsbeschluss wurde die Gemeinde in Bethausen
umgetauft, ein Name, der trotz aller Versuche heute noch unverändert
geblieben ist. Der Namensvorschlag kam von H. Anwender. Der damalige
Subpräfekt des Komitates Dr. Cornel Grosovean hat dies unterstützt
und das Ministerium amtlich bewilligt. Dies alles geschah um das
Jahr 1920.
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